3 Merkmale einer starken Stimme

3 Merkmale einer starken Stimme

„Ähm ja, nun gut, ich, ja also, mein Name *räusperräusper* ist Jana“

Genau so sollte deine Vorstellung nicht klingen. Nicht nur, weil du vielleicht Bernd und nicht Jana heißt, sondern weil diese Einleitung alles andere als überzeugend klingt. Vielmehr denken deine Zuhörer, dass du unsicher bist, nervös und im schlimmsten Falle sogar fachlich inkompetent.

Was also sind Merkmale einer starken Stimme, einer Stimme, die selbstbewusst klingt. Eine Stimme, die andere begeistert und von der man nicht mehr genug bekommen kann.

3 absolut wichtige Merkmale einer starken Stimme habe ich dir heute in diesem Blog mitgebracht:

1. Eine gute Artikulation

Artikuh-was? Genau dieses Wort, das nicht umsonst schwierig in der Aussprache ist, soll doch verdeutlichen, wie wichtig gut gesprochene Worte für unser Verständnis sind.

Stell dir vor, du hast jemanden im Internet kennengelernt und nun ist die Zeit gekommen, in der ihr euch im realen Leben trefft. Du bist aufgeregt, dein Herz macht Freundensprünge, weil diese Person einfach umwerfend aussieht, so wie sie sich auf dich zubewegt. Starke Schritte. Starkes Wesen. Oh man ein Mensch zum Verlieben.

Dieser Mensch bleibt vor dir stehen, strahlt dich mit unglaublich tollen Augen an und sagt:

„Mhllo, sch bn dene Vrabrdung.“

Alles genuschelt.

Alles leise.

Du verstehst kaum etwas und pure Enttäuschung macht sich breit.

Wie kann es also sein, dass dieser vorher wundervoll wirkende Mensch plötzlich im Bruchteil einer Sekunde an Attraktivität verliert?

Ist es nur die Aussprache?

Die fehlende Verständlichkeit?

Es ist viel mehr als das. Ein Mensch, der nuschelt, wirkt so, als ob er nichts über sich preis geben möchte (auch wenn er/ sie es vielleicht anders sieht). Dieser Mensch wirkt unsicher, nicht im Leben stehend und unkommunikativ. Und das alles, obwohl diese Person vielleicht unglaublich sympathisch ist, einen tollen Charakter hat.

Doch als Führungsperson, in der Chefetage würdest du diesen Menschen wohl nicht zuordnen.

Also heißt es: üben, üben, üben. Und was eignet sich mit am besten?

Zungenbrecher. Ja genau Zungenbrecher.

Wer kann schon dem Cottbuser Postkutscher widerstehen, der den Cottbuser Postkutschkasten putzt? Oder der Metzger, der das Metzgermesser mit des Metzgers Wetzstein wetzt.

Also ran an die Zungenbrecher und nebenbei das Lachen nicht vergessen 😉

2. Entspannte Stimmbänder

Was? Wie können denn Stimmbänder entspannen?

Können sie gar nicht so richtig, du hast recht. Es sind viel eher die Muskeln um die Stimmbänder (die eigentlich Stimmlippen heißen) herum, die sich anspannen oder entspannen können (mehr zur Funktionsweise der Stimmlippen folgt in einem anderen Blogbeitrag).

Wenn wir unseren Hals anspannen, verfestigen sich auch die Muskeln, die die Stimmbänder ziehen. Und schwups entsteht eine höhere, gepresstere Stimme.

Nun nutze wieder einmal deine Vorstellungskraft: du bist bei einem Vortragsabend. Du freust dich auf das Thema und darauf dein Wissen zu erweitern. Der Redner kommt auf die Bühne und schon bevor er anfängt zu sprechen, siehst du all die Adern und Sehen an seinem Hals, siehst wie sein Kehlkopf sich nach vorn fast aus dem Hals herausdrückt. Er fängt an zu reden und du hörst nicht etwas das, WAS er sagt, sondern WIE er es sagt: gepresst, fast heiser, komplett unentspannt.

Wenn wir Menschen sehen, die angespannt sind, fühlen wir uns fast schon automatisch unwohl in deren Nähe. Wie also sollst du dich jetzt noch auf den Inhalt konzentrieren?

Was tun?
Entspannen…
Gedanken zur Ruhe kommen lassen…
Dem Kopf und Hals wieder Beweglichkeit schenken…
Beim sprechen achtsam sein…
Und schon kann deine Stimme wieder schwingen und geerdet klingen.

3. Eine ruhige Atmung

Da kommst du an: hektisch zum Mitarbeitermeeting, in dem du heute eine Sprecherrrolle übernimmst und über das nächste Projekt redest.

Deine Atmung: Schnell. Aufgeregt. Temporeich.

Deine Stimme: Unterbrochen von den zahlreichen Atemzügen. Zu hoch. Zu flach.

Dein Publikum: Desinteressiert. Gelangweilt. In Handyspiele vertieft.

Dein Gefühl: Angst alles falsch zu machen. Angst nicht anzukommen.

Jetzt hast du 2 Möglichkeiten:

1. Du machst so weiter und ignorierst das mangelnde Interesse deiner Zuhörer.

2. Du legst eine kurze Trinkpause ein, atmest vorher und danach tief ein und aus und sagst: „Das nächste Mal gieße ich nicht noch die Tulpen, bevor ich losfahre. Sie sollen leben, aber zu spät kommen, bringt mich fast um.2 Dazu lächelst du charmant, nimmst weitere 2 Atemzüge und fährst fort. Entspannter. Ausgeglichener. Überzeugter.

So hast du einerseits das Lachen der Zuhörer auf deiner Seite und andererseits hast du dir eine kleine Pause verschafft um die Atmung durch den Körper gehen zu lassen…

Schreibe einen Kommentar