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3 Tipps für eine gute Atmung

Gerade gestern erst habe ich im TV wieder einen Redner gesehen, der nervös wirkte, keinen Satz zu Ende brachte ohne nach Luft zu schnappen und sich (vielleicht dadurch) ständig verhaspelte.
Was er gesagt hat?
Keine Ahnung!
Auf den Inhalt zu hören, war mir gar nicht möglich. Ich war wie magnetisch angezogen von diesen hochgehobenen Schultern, dem Kehlkopf, der beinah aus seinem Hals gefallen ist und diesem Hecheln, das mich stark an einen Hund erinnert hat.
Und da kam sie wieder, diese Frage: Warum sucht sich solch ein Mensch (der ja anscheinend über ein großes Wissen in seinem Bereich verfügt) keine Hilfe? Eine ausbalancierte Atmung ist erlernbar (wenn man sie denn verlernt hat), ebenso wie eine entspannte Stimme…
 
Nun ja, Thema dieses Blogs soll nicht sein, warum sich Menschen keine Hilfe suchen, sondern wie auch du deine Atmung verbessern und damit in eine ruhige Stimme kommen kannst.
 
So will ich dich nicht länger auf die Folter spannen.
Hier sind meine 3 Tipps für eine gute Atmung:

 

1. Nutze deinen ganzen Körper

Vielleicht hast du schon mal von Bauchatmung gehört, von Brustatmung, Rückenatmung, Beckenatmung…
Wow es gibt so viele Bereiche des Körpers, die sich über Luft und Frische freuen. In vielen Büchern wird die Bauchatmung priorisiert. Aber die ist es nicht allein. Wenn du nur in den Bauch atmest und sich dieser nach außen streckt, ohne die anderen Bereiche deines Körpers zu berücksichtigen, dann fühlst du dich wie ein fetter, gestrandeter Wahl nach seiner letzten Mahlzeit. Und das lädt nun wirklich optisch und auch gefühlstechnisch nicht dazu ein, überzeugend zu präsentieren und zu wirken.
Vielmehr gehört auch der Bereich des Beckens, des Rückens und auch der Brust dazu.
 
Vielerorts wird die Brustatmung mit Teufelswerk verbunden. Es heißt dann: „NEEEEIIIIIIN. Du darfst nicht in die Brust atmen. Das schnürt den Kehlkopf zu!!! Bist du verrückt?“
 
Übertreibungsmodus aus. 😉
 
Natürlich darfst und sollst du auch deinen Brustkorb nutzen. Der ist wahnsinnig flexibel und optimal dafür, dass sich die Rippen dehnen können, wenn die Lungen sich füllen. Was die Teufelsbeschreier meinen, ist, dass deine Atmung sich nicht bis nach oben in die Schultern ausdehnen sollte. Denn tatsächlich mutiert dann die Atmung zur Hochatmung, welche alle anderen Bereiche deines Körpers abschneidet, deine Schultern zum hochziehen bringt und Druck auf die Muskeln deines Halses und Kehlkopfes ausübt.
 
Fazit:
Es ist so befreiend und wahnsinnig schön, wenn wir es schaffen unseren Körper tatsächlich als Ganzes zu betrachten und unsere Atmung überall hinfließen lassen, wo sie gern hin möchte. Versuchen wie eher statt sie zu steuern, ihr aus dem Weg zu gehen und sie von selbst fließen zu lassen…in all ihrer Fülle und Natürlichkeit (so wie bei Kindern ;-))

2. Unterscheide zwischen Mund- und Nase

Der Mund ist das Ding mit den Lippen außen drumrum.
Die Nase ist das Teil mitten im Gesicht.
Und nun? Was hilft mir diese Unterteilung?
 
Dir ist natürlich noch aus dem Biologieunterricht bewusst, dass die Nasenatmung gesünder ist (und wenn du damals nicht so ganz aufgepasst hast, sondern eher damit beschäftigt warst, Kugeln aus Kaugummipapier zu basteln, die du deiner Lehrerin an den Kopf werfen kannst, dann kommt jetzt nochmal die Zusammenfassung):
 
– durch die Nase wird die Luft gereinigt
– durch die Nase wird die Luft erwärmt
– durch die Nase wird die Luft befeuchtet
 
Viele Vorteile, wenn wir unseren Zinken im Gesicht benutzen, oder?
Dennoch hat es die Natur vorgesehen, dass wir auch durch den Mund atmen können, wenngleich uns die oberen Aspekte dann verloren gehen. Warum nur sollte die Natur so etwas machen?
 
Ganz einfach: weil wir manchmal schneller an Luft und Sauerstoff kommen müssen, als es über die Nasenatmung möglich wäre.
Beim Sport zum Beispiel. Wir würden untergehen, wenn wir beim Sprint nur durch die Nase atmen dürften.
Aber auch beim Sprechen und Singen.
Denn dadurch, dass wir immer wieder neue Worte und Töne finden, brauchen wir mehr Luft als im Ruhezustand.
Wichtig ist allerdings, dass wir Atempausen genau dann machen, wenn auch der Satz eine natürliche Teilung (zum Beispiel durch Kommas) finden würde. Alles andere klingt gehetzt und aus dem Kontext gerissen.
 
Fazit:
Atme im Ruhezustand so gut es geht durch die Nase (ein Schnupfen kann dabei wie ein grünes, ekliges Riesenmonster wirken, dass dich daran hindern will. Bleibe tapfer!)
Wenn du sprichst oder singst, atme durch den Mund. Zwinge dich hier nicht zur Nasenatmung. Das wirkt unnatürlich und raubt dir deinen Stimmfluss. Achte aber auch darauf, dass du beim Reden genau da atmest, wo du den Text auch schriftlich sinnvoll in Abschnitte teilen würdest. Hole dann Luft, wenn du innerlich ein Komma setzt.

3. In der Ruhe liegt die Kraft

Das ist wahrscheinlich der wichtigste Punkt.
Als ich von dem Redner oben geschrieben habe, hat dieser vor allen Dingen deswegen so nervös und aufgeregt gewirkt, weil er geatmet hat wie eine Dampfmaschine. Ständig hat man seine Ein- und Ausatemzüge gehört (Mikrofone können diese Geräusche sehr lieblich verstärken).
 
Eine ruhige Atmung ist das A und O der Atem- und Entspannungswelt.
Lass dir Zeit einzuatmen.
Lass dir Zeit auszuatmen.
 
Du musst kein Tiefseetaucher werden und die Luft über 10 Minuten anhalten können.
Aber das Vertrauen zu haben, das noch niemand bei Atemübungen ums Leben gekommen ist, bringt schon sehr viel Zuversicht mit sich.
Es gibt tatsächlich Menschen, die minutenlang nur einatmen um dann inne zu halten und minutenlang wieder auszuatmen. Und auch wenn jetzt dein Herz klopft und du schon allein bei dem Gedanken an solch eine Atmung Luftnot bekommst: es ist doch echt faszinierend, wozu unser Körper im Stande ist, oder?
 
Eine ruhige Atmung wirkt auf die Menschen in deiner Umgebenung, deine Zuhörer, deine Mitarbeiter, deine Kunden, deinen Chef, deine Kinder….viel entspannter.
Du wirkst seriöser.
Du wirst ernst genommen.
Du wirst wahr genommen.
Außerdem erscheinst du glaubwürdiger.
Authentischer.
Natürlicher.
 
Na wenn das nicht viele Vorteile sind. 😉
 
Fazit:
Wenn du mal gehetzt bist, dann komm an: äußerlich und innerlich. Genieße deine Atemzüge. Genieße den Sauerstoff, der in deinen Körper dringt und lass dir Zeit beim Ein- und Ausatmen……Jaaaaaaaaaa……..Genau soooooooo….

In meinem Blogartikel 3 Merkmale einer starken Stimme, findest du diesen Punkt noch einmal anders fomuliert. Außerdem gibt es dort noch zwei weitere Merkmale für diene starke Stimme  Du findest den Artikel hier:

 

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